"Ernst Reiss – Erstbesteiger des Lhotse"

Emil Zopfi, Ernst Reiss

Ernst Reiss – Mein Weg als Bergsteiger

Herausgegeben und Einführung von Emil Zopfi

352 Seiten, 61 Abb. einfarbig

13,5 x 21 cm

Hardcover mit Schutzumschlag

ISBN 978-3-906055-12-1

CHF 29.80 / EUR 26.90

Ernst Reiss – Erstbesteiger des Lhotse

Neben der Erstbesteigung des Lhotse (8516 m) gelangen Ernst Reiss (1920–2010) auch in den Alpen grosse Erstbegehungen, unter anderen die Südostwand des Kleinen Wellhorns und die Nordostwand des Gspaltenhorns. Oft war er dabei mit seinem Seilgefährten Dölf Reist unterwegs. Auf zwei Expeditionen in die peruanischen Anden gelangen Reiss 1959 und 1965 mehrere Erstbesteigungen. 

In einfachen Verhältnissen in Davos aufgewachsen, blieb Ernst Reiss trotz seiner Erfolge ein bescheidener Mensch, der sich nie ins Rampenlicht stellte. Der gelernte Metallarbeiter war Mitglied der Naturfreunde und des Schweizer Alpen-Club; der Österreichische Alpenklub, eine Vereinigung leistungsstarker Bergsteiger, nahm ihn als Ehrenmitglied auf. Er schrieb gern und verfasste häufig Berichte für die alpine Presse und die Zeitung «Sport». Der Berner Oberländer Schriftsteller Erwin Heimann ermunterte ihn zu seinem autobiografischen Werk «Mein Weg als Bergsteiger». Das Buch erzählt anschaulich und spannend von seinem Werdegang als Alpinist von den Bündner Bergen bis zu den höchsten Gipfeln der Welt. 

Reiss schaffe damit «eine Brücke vom Bergerlebnis zur Literatur», schreibt Heimann im Vorwort des Buchs. Es ist das lite-rarische Dokument einer Zeit, in der sich der Alpinismus in der Schweiz und international rasch entwickelte, aber noch frei war von der heutigen Kommerzialisierung. Expeditionen waren langwierige und abenteuerliche Unterfangen, die Rettungstechnik war auch in den Alpen noch wenig entwickelt.   Ernst Reiss nahm bis ins hohe Alter regen Anteil an der Entwicklung des Alpinismus, pflegte einen grossen Freundeskreis und blieb stets ein kritischer Geist. «Ich habe ein reiches Leben gehabt», sagte er kurz vor seinem Tod. Eine Neuausgabe seines Buches, ergänzt mit einer aktualisierenden Einführung und neueren Texten rechtfertigt sich als alpinhistorisches Zeitdokument, spannende Lektüre und Würdigung einer grossen Persönlichkeit.



«In gebückter Stellung warteten wir ab, bis einen Augenblick Windstille herrschte, dann erhoben wir uns und blickten über die fast messerscharfe 
Eiskante in das Nebeltreiben der Ost- und Südseite. Der Gipfel war erreicht.»
Ernst Reiss auf dem Lhotsegipfel, 1956