"Kopfwehberge: Von der «Erschlaffung der Gefässe» in grosser Höhe"

Elisabeth Simons, Oswald Oelz

Kopfwehberge – Eine Geschichte der Höhenmedizin

2. Auflage

232 Seiten, 50 Abb. vierfarbig

17x 24 cm

Hardcover mit Schutzumschlag

ISBN 978-3-905111-59-0

CHF 45.00 / EUR 39.90

Kopfwehberge: Von der «Erschlaffung der Gefässe» in grosser Höhe

Schon die alten Griechen sollen sich bei der Besteigung des Olymp (2911 m ü. M.) feuchte Schwämme vor den Mund gebunden haben, um den auftretenden Atemproblemen entgegenzuwirken. Und die spanischen Eroberer, die im 16. Jahrhundert in die Andenregion eindrangen, berichteten wiederholt von den typischen Symptomen der Bergkrankheit wie Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot und Erbrechen in hohen Regionen. Erst im Zeitalter der Aufklärung erwachte aber allmählich das Interesse an der bisher unheimlichen Alpenwelt und damit auch an den Auswirkungen grosser Höhe auf den menschlichen Körper. Wegweisend war dabei die wissenschaftliche Expedition auf den Montblanc des Genfer Gelehrten Horace-Bénédict de Saussure von 1787.
In den hundert Jahren nach de Saussure entwickelten Forscher und Gelehrte aus ganz Europa die abenteuerlichsten Theorien über die Aus­wirkungen der Höhe auf den Organismus und über die akute Bergkrankheit – viele von ihnen allerdings, ohne selbst je den Fuss auf einen Berg gesetzt zu haben. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich die empirische Forschung am Berg und in medizinischen Labors durch. Die Capanna Regina Margherita, 1893 im Namen der damaligen italienischen Königin auf 4559 Metern Höhe im Monte-Rosa-Massiv für den Physiologen Angelo Mosso errichtet, zeugt noch heute von dieser Forschungsperiode. Im 20. Jahrhundert schliesslich waren es die grossen Achttausender- Expeditionen, die das Interesse an der Höhenmedizin wach hielten. Zudem litten auch in den Alpen viele Bergsteiger an der akuten Bergkrankheit, an einem Hirn- oder Lungenödem. Als Folge des gegenwärtigen Bergsteigerbooms, der zahllosen Himalaja-Treckings und des Runs auf die höchsten Gipfel der Welt ist das Thema heute aktueller denn je.
Die beiden Ärzte und Alpinisten Elisabeth Simons und Oswald Oelz stellen die Geschichte der Höhenmedizin, die zuweilen aus heutiger Sicht äusserst kuriose Züge aufweist, auf unterhaltsame, verständliche Weise dar. Zahlreiche Originalzitate und 50 Illustrationen verleihen dem Werk Farbe und Abwechslung. Seine Zielgruppe reicht weit über das Fach- publikum hinaus und umfasst auch Alpinistinnen und Alpinisten sowie medizin- und kulturhistorisch interessierte Laien.