"Triumph und Tragödie im Leben des Hugo Koblet"

Daniel Sprecher

Hugo Koblet – Ikarus auf Rädern

230 Seiten, 100 Abb. einfarbig

13,5 x 21,5 cm

Hardcover mit Schutzumschlag

ISBN 978-3-906055-04-6

CHF 29.80 / EUR 26.90

Triumph und Tragödie im Leben des Hugo Koblet

Hugo Koblet wurde als Radathlet in die richtige Zeit geboren und stieg in den Fünfzigerjahren zum Idol der radsportinteressierten Öffentlichkeit und auch der gehobenen Kreise auf, welche die Leichtigkeit und Eleganz des ausgeprägten Ästheten auf und neben dem Rennrad bewunderten.

Koblet gelangte «explosionsartig», wie es ein Schulkamerad treffend formulierte, an die Weltspitze. Der völlig unbekannte Schweizer gewann sensationell den Giro d’Italia 1950. Mit 1951 folgte das absolute Erfolgsjahr: überragende Siege an der Tour de Suisse und im Olymp des Radsports, an der Tour de France. Mit dem Aufstieg Koblets war das kongeniale KK-Duo entstanden; er und Ferdi Kübler spornten sich nun gegenseitig zu Höchstleistungen an. Der Niedergang erfolgte rasch: An der Tour de Suisse 1952 liess sich der erkrankte Koblet auf Geheiss des Tour-Direktors fitspritzen – eine leistungsbeschränkende Herzerweiterung war die Folge. 1954 der private Höhepunkt, die Märchenhochzeit mit dem Fotomodell Sonja Bühl.

Nach dem Rücktritt 1958 und einem Auslandaufenthalt in Venezuela übernahm er als Pächter je eine Tankstelle in Zürich- Höngg und neben der offenen Rennbahn Oerlikon. Viel Unheil hatte sich zusammengebraut. Die glitzernde Welt des Spitzensports hatte sich verflüchtigt. Koblet war vereinsamt, korpulent geworden und schwer verschuldet, seine Frau hatte zudem die Scheidung eingereicht.

Am Montagvormittag, dem 2. November 1964, raste sein weisser Alfa Romeo zwi- schen Mönchaltorf und Esslingen mit grosser Wucht in einen hochstämmigen Birnbaum. Der «Pédaleur de charme» starb 39-jährig im Bezirksspital Uster. Beflügelt auf dem Rennrad – überfordert im realen Leben. Sein wichtigster Mannschaftshelfer Gottfried Weilenmann bedauert, dass Koblet sein gewaltiges Talent und seine vielfältigen Gaben nicht auszuschöpfen vermochte.

«Weisst Du, ich lebe ohnehin nicht lange . . .» 
Armin von Büren hatte seinen Sixdays-Partner Hugo Koblet auf dessen ruinösen Umgang mit Geld hingewiesen.