"Eine Zeitreise durch die Zugsicherungstechnik in der Schweiz"

Christian Hanus

Stellwerk Kerzers – Geschichte der Eisenbahnsicherungs-Technik

144 Seiten, 175 Abb. ein- und vierfarbig

23 x 24,5 cm

Hardcover mit Schutzumschlag

ISBN 978-3-909111-45-9

CHF 54.00 / EUR 49.90

Eine Zeitreise durch die Zugsicherungstechnik in der Schweiz

Zum Umfang der ursprünglichen Stellwerkanlage von 1896 zählen ein originales Freigabewerk vor dem Bahnhofempfangsgebäude, ein Wärterstellwerk (Bauart Bruchsal G) und eine funktionstüchtige mechanische Befehlsübertragung mittels Doppeldrahtzüge. In den Jahren 1928, 1944 und 1963 wurde die mechanische Kraftübertragung zwischen dem Wärterstellwerk und den Signalen, Weichen und Gleissperren schrittweise auf Relaistechnik umgestellt. Die Weichenhebel wurden mit Kontakten ausgestattet und funktionierten fortan als übergrosse elektrische Kippschalter, wobei deren Freigabe und Sperrung nach wie vor über das mechanische Verschlusswerk erfolgte. Die im ehemaligen Spannwerkraum untergebrachte Relaistechnik verkörpert ein geschichtliches Zeugnis in der Biographie der Gesamtapparatur.
Im Oktober 2004 wurde die historische Stellwerkanlage ihrer eigentlichen Aufgabe entledigt, wobei fortan die Zugsicherung im Bahnhof Kerzers durch ein modernes, fernsteuerbares, elektronisches Stellwerk der Firma Alcatel bewerkstelligt wird. Diese verkörpert hier die jüngste Apparatur im kontinuierlichen Epochenablauf der Zugsicherungstechnik. Trotz seiner Ausserdienststellung ist das alte Stellwerk in seinem Fortbestand nicht gefährdet. Ein eigens hierfür gegründeter Verein betreibt und unterhält die Anlage als Stellwerkmuseum. Auf diese Weise wird eine nahezu verschwundene Zugsicherungstechnik der Öffentlichkeitzugänglich gemacht und der Nachwelt erhalten.

«Die geographische Lage als Verkehrswegskreuzung hält Kerzers bereits seit dem Mittelalter inne. Hier kreuzten sich seitdem 15. Jahrhundert die römische Heerstrasse von Avenches nach Windisch mit der neu angelegten Handelstrasse von Bern nach Neuenburg.»